Wärmepumpen - das Mittel der Wahl?

Bereits heute entscheiden sich viele Menschen für den Einsatz einer Wärmepumpe. Die Wärme wird entweder aus Luft, Wasser oder Erdreich gewonnen und durch eine Wärmepumpe auf das gewünschte Temperaturniveau angehoben. In Bremen ist der Einsatz von Wasser-Wasser-Wärmepumpen zumindest problematisch, da im Grundwasser in oberflächennahen Bereichen oft sehr große Anteile an Eisen, Mineralien und Feststoffen zu finden sind und daher hohe Verschleiß- und Wartungskosten die Wirtschaftlichkeit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe belasten. Auch ist die Entnahme und Wiedereinleitung des Grundwasser ökologisch zumindest fragwürdig. Daher werden im Folgenden die Vor- und Nachteile von Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen verglichen, wobei die Funktionsweise und die Effektivität von Sole und Wasser nahezu identisch sind.

 

Luft-Wärmepumpe

 

Erd-Wärmepumpe

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geringe Investitionskosten

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sehr hohe Effizienz

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geringer Installationsaufwand

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geringe Betriebskosten (Strom)

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keine Genehmigung erforderlich

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Förderung möglich

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keine Ansprüche an Aufstellort

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Einsatz auch zur Kühlung möglich

Vereisungsgefahr bei extremen Minusgraden

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Erdsonde unbegrenzt haltbar (> 100 Jahre)

höhere Wartungskosten

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geringe Wartungskosten

niedriger Wirkungsgrad

höhere Investitionskosten

Geräuschentwicklung aussen

größerer Installationsaufwand

Genehmigung für Erdsonden erforderlich

Der große Unterschied zwischen Erd- und Luft-Wärmepumpe liegt also im Wesentlichen im Aufwand, das Wärmeträgermedium zu erschließen und in der oft als störend empfundenen Geräuschentwicklung im Betrieb.

Wenn aus Gründen der sicheren, nachhaltigen und ökonomisch wie ökologisch effizienten Versorgungssicherheit vieles für den Einsatz von Sole-Wasser-Wärmepumpen spricht, stellt sich die Frage, wie möglichst viele Menschen in den Genuss einer solchen Wärmeversorgung kommen können. „Auf dem flachen Land“ ist diese Heizform mittlerweile fast die Standardlösung geworden. In der Regel sind die Grundstücke größer, die Zuwegung für die Bohrunternehmen und die benötigten Aufstellflächen sind im Gegensatz zu Innenstadtbereichen ausreichend vorhanden.

Die hohe Nachfrage und die günstigen Voraussetzung außerhalb der Städte führen dazu, dass die Bohrunternehmen auf lange Zeit ausgelastet und Vorlaufzeiten von mehr als einem Jahr üblich geworden sind. Die Verknappung der Bohrkapazitäten hat darüber hinaus zu einem dramatischen Kostenanstieg von mehr als 30% innerhalb eines Jahrs geführt. In Bremen werden zur Zeit pro Bohrmeter rd 70,– € bis 100,– € verlangt.

Ähnliche Voraussetzungen findet man in den Randgebieten der Städte, bei vielen Neubauvorhaben, insbesondere im Siedlungsbau. Dies geschieht bereits mit Erfolg. Hier kann die Versorgung mit Erdwärme bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Es ist viel einfacher , Bohrflächen und Versorgungsleitungen bereits bei der Entstehung vorzusehen und dann zu bauen.

In den Innenstadtbereichen ist es aufgrund der dichten Bebauung auf den ersten Blick undenkbar, die Gebäude mit Erdwärme zu versorgen. Für Bohrunternehmen ist es zunehmend unattraktiv, sich den schwierigen Gegebenheiten in der Stadt zu stellen. Die Grundstücke sind oft zu klein und unzugänglich, um dort die notwendigen Bohrungen einzubringen. Es gibt nur wenige, „privilegierte“ Grundstücke, in der Regel die Eckgrundstücke, die die Voraussetzungen mitbringen, durch Sole-Bohrungen erschlossen zu werden. Aber da hier die Wohnfläche pro Flächeneinheit am größten ist, bietet die CO2-freie Erdwärme das Potential den CO2-Ausstoß pro Flächeneinheit maximal zu senken.
Also – wenn nicht hier wo dann – dem Klima zuliebe?

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